Maulwurf durch Gas vertreiben mittels Karbid

KarbidAuch Karbid wurde und wird zur Maulwurfsbekämpfung eingesetzt. Der vollständige Name des im Volksmund als Karbid (auch: Carbid) bekannten Stoffes ist Calciumcarbid. Ebenso wie Calcium ist es in seiner puren Form ein weißer Feststoff. Die chemische Mengenformel lautet CaC2.

Karbid hat eine lange Tradition beim Einsatz im Bergbau. Nicht etwa, weil es dort abgebaut werden konnte, sondern aus einem Grund, der in den chemischen Eigenschaften des Rohstoffes liegt. Kommt Calciumcarbid nämlich mit Wasser in Berührung, wird eine Reaktion in Gang gesetzt, bei der Ethin entsteht. Dieses grundständige Alkin (Mengenformel H2C2) ist hochentzündlich und verbrennt mit einer hellen Flamme. Diese wurde verwendet, um den Weg im engen Stollen zu finden. Noch heute verwenden Höhlenforscher gern Karbidlampen aufgrund der schönen, hellen Flamme. Wegen der enormen Brennbarkeit wird Karbid auch zum Schweißen verwendet.

Der Grund, warum manche Karbid auch zum Vertreiben von Maulwürfen verwenden, liegt jedoch nicht im Ethin: Das ist geruchslos und stört den kleinen Buddler nicht. Vielmehr sind Nebenprodukte der Reaktion von handelsüblichem Karbid verantwortlich, dass es als Maulwurfsbekämpfungsmittel gilt. Dabei sind stinkende Gase wie Ammoniak, die bei der Reaktion freigesetzt werden, nur in geringen Mengen vorhanden. Sie treten überhaupt nur aus, weil im Handel erhältliches Karbid nicht in purer Form existiert, sondern so genannte Verunreinigungen enthält. Diese sind verantwortlich für die Freisetzung von Ammoniak und Co. Die geringen Mengen sind jedoch in vielen Fällen nicht ausreichend, um einen dauerhaften Schutz vor Maulwürfen zu gewährleisten.

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